Vier Spiele bis Schalke: Benyamina unter Druck

Halle (Saale). Zwei Tore beim Regionalliga-Auftakt in Greifswald – und keines davon aus dem Sturm. Getroffen haben Linksverteidiger Felix Langhammer und der zentrale Mittelfeldspieler Niclas Stierlin. Ausgerechnet die Offensive des Halleschen FC, in die der Verein im Sommer kräftig investiert hat, blieb beim 2:2 ohne Ertrag.

Im Fokus steht dabei einer besonders: Soufian Benyamina. Der 36-Jährige kam von 2022 bis 2026 in Greifswald auf Torjägerwerte, die dort alles überstrahlten. Nun kehrte er als Gegner zurück – und blieb blass. Ein Drehbuch mit Ansage, hätte man meinen können. Geschrieben wurde es nicht.

Fair bleibt: Benyamina stand mit seinem Auftritt nicht allein da. Auch Bocar Baro und Fabrice Hartmann kamen kaum zu Szenen, die Offensive insgesamt hatte wenig Zugriff. Das 2:2 war ein erster Dämpfer für einen Klub, der in dieser Saison die große Chance auf den direkten Aufstieg in die 3. Liga ergreifen will. Genau dafür wurde der Kader gezielt verstärkt, vor allem mit Stanley Ratifo und eben Benyamina.

Trainer Robert Schröder wollte nach dem Spiel nichts zerreden. Benyamina sei auch bei ihm Stürmer, stellte er klar, und als Wandspieler habe er ordentliche Aktionen gehabt. Der Trainer benannte aber auch, woran es hakt: an der Abstimmung mit Sturmpartner Baro und mit den Flankengebern. Der Stürmer müsse dort gefunden werden, wo er am gefährlichsten ist – im Strafraum.

Und genau hier lohnt der Blick auf die andere Seite des Platzes. Denn das Argument mit der fehlenden Eingespieltheit hat einen Haken: Der HFC startete mit vier Neuzugängen in die Saison, Greifswald mit rund 20. Auf dem Rasen wirkte trotzdem der Gegner flüssiger, klarer in den Abläufen, besser verzahnt. Wer nahezu eine komplette Mannschaft neu zusammenstellt und dennoch geordneter auftritt als ein Klub mit vier neuen Gesichtern, stellt unbequeme Fragen. Zeit als Erklärung reicht da nur bedingt.

Zeit hat der HFC ohnehin wenig. Bis zum DFB-Pokal-Kracher gegen den FC Schalke 04 stehen vier Ligaspiele an: gegen Erfurt, bei Chemie Leipzig, gegen Chemnitz und bei der VSG Altglienicke. Vier wegweisende Partien, in denen Benyamina den Unterschied ausmachen soll.

Schröder ließ keinen Zweifel daran, was er erwartet: Geholt worden sei der Routinier, um Tore zu generieren, dafür werde er bezahlt – und dafür, dass er es auch tun wird, ist der Coach überzeugt.

Die Findungsphase läuft also noch. Sie sollte nur nicht zu lange dauern.

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