Sieben Neue für Ausreise-Einrichtung: So werden sie ausgebildet

Ein neues Kapitel für Sachsen-Anhalts Justizvollzug: Am Freitag wurden sieben junge Menschen offiziell in ihre Ausbildung für die künftige Abschiebungssicherungseinrichtung (ASE) in Volkstedt ernannt. Sechs Männer und eine Frau, alle zwischen 18 und 26 Jahre alt, starten damit in einen Beruf, der es in sich hat.
Zwei Jahre harte Schule
Die sieben Nachwuchskräfte, allesamt aus Sachsen-Anhalt, haben sich bewusst für den öffentlichen Dienst entschieden – und für einen Job, der Nerven aus Stahl verlangt. Landesverwaltungsamt-Präsident Thomas Pleye machte den frisch Ernannten bei der Zeremonie klar, worauf sie sich einlassen: Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen und Einfühlungsvermögen seien gleichermaßen gefragt.
Auf dem Stundenplan der zweijährigen Ausbildung stehen Fächer, die man eher an der Uni erwarten würde: Kriminologie, Psychologie und Pädagogik. Dazu kommen Verwaltungs-, Straf- und Vollzugsrecht – reine Theorie also. Aber die angehenden Vollzugskräfte müssen auch körperlich ran: Sport, Selbstverteidigung und Konfliktbewältigung gehören ebenso zum Programm.
Die Theorie büffeln die Anwärter am Aus- und Fortbildungsinstitut des Landes in Thale. Praxisluft schnuppern sie dagegen in den Justizvollzugseinrichtungen Sachsen-Anhalts – und sogar bundesweit, bei Hospitationen in vergleichbaren Einrichtungen anderer Bundesländer.
Die Einrichtung wächst in Volkstedt
Während die Sieben büffeln, wird in Volkstedt fleißig gebaut. Die ASE befindet sich mitten in der Hochphase der Fertigstellung. Über 30 Haftplätze sollen dort künftig für Abschiebungshaft und Ausreisegewahrsam zur Verfügung stehen. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant – und genau dann sollen auch die jetzt ernannten Nachwuchskräfte nach ihrem Abschluss zu den Ersten gehören, die dort ihren Dienst antreten.
Ihre Aufgaben: Betreuung, Beaufsichtigung sowie Sicherheit und Ordnung in der neuen Einrichtung – ein verantwortungsvoller Job an einem Ort, der in der öffentlichen Debatte um Migration und Abschiebungen eine zentrale Rolle spielen wird.
Bewerbungsphase für 2027 läuft schon
Wer selbst Interesse an einer Karriere im Justizvollzug hat, kann sich schon jetzt bewerben. Das Landesverwaltungsamt stellt zum 1. August 2027 erneut Obersekretäranwärterinnen und -anwärter für die ASE ein. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2027.
Gesucht werden motivierte Bewerber zwischen 18 und 37 Jahren mit Realschulabschluss – alternativ reicht auch ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer passenden abgeschlossenen Berufsausbildung. Die Ausbildung dauert ebenfalls zwei Jahre und läuft im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Wer durchhält, hat gute Karten: Das Landesverwaltungsamt spricht von sehr guten Übernahmechancen in der neuen Einrichtung.
Weitere Infos zur Ausbildung und zum Bewerbungsverfahren gibt es auf dem Karriereportal INTERAMT sowie auf den Seiten des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt.