Polat vor dem Absprung: HFC-Flügelspieler wohl auf dem Weg in die Türkei
Beim Halleschen FC bahnt sich ein Abschied an: Flügelspieler Serhat Polat soll kurz vor einem Wechsel zu einem Drittligaverein in der Türkei stehen. Der 25-Jährige fehlte deshalb beim Trainingsauftakt in dieser Woche – offiziell freigestellt für Gespräche mit dem interessierten Klub.
Ein Verein, der schon länger an Polat dran ist
Konkretes Interesse aus der Türkei ist für Polat nichts Neues. Bereits gegen Saisonende hatte ein türkischer Drittligist Kontakt aufgenommen, dessen Präsident sich sogar persönlich ein Bild von Polat machte und ihn bei einem Auswärtsspiel des HFC live vor Ort beobachtete. Ein schneller Abschluss kam damals nicht zustande, da Polat noch bis 2027 an Halle gebunden ist – ein Transfer wäre also nur mit Ablösesumme möglich gewesen, was für den interessierten Verein zunächst zu teuer war. Klar war aber schon länger: Der HFC würde einer Trennung grundsätzlich nicht im Weg stehen.
Kaum Einsatzzeit beim Zabrze-Test
Wie wenig Polat aktuell im Plan der sportlichen Verantwortlichen vorkommt, ließ sich zuletzt beim prominent besetzten Testspiel gegen den polnischen Erstligisten Górnik Zabrze beobachten. In der ersten echten Vorbereitungsprüfung der neuen Saison bekamen sämtliche anderen Kaderspieler mindestens 45 Minuten Spielzeit – nur Polat wurde erst zur Halbzeit eingewechselt und schon eine knappe Viertelstunde vor Abpfiff wieder runtergenommen. Für ihn kam Nachwuchstalent William Seel.
Zwei Jahre mit Anlauf, aber ohne Durchbruch
Polat war Anfang 2025 von Hertha Zehlendorf zum HFC gewechselt, mit dem Ruf eines talentierten, in Berlin ausgebildeten Offensivspielers im Gepäck. Der erhoffte Sprung nach oben blieb in anderthalb Jahren an der Saale jedoch aus. Verletzungspausen bremsten ihn wiederholt aus, und auch die Zusammenarbeit mit Trainer Robert Schröder – mit dem Polat bei Hertha Zehlendorf einst harmoniert hatte – brachte in Halle nicht den gewünschten Effekt.
Dabei hatte Polat selbst erst kürzlich öffentlich angekündigt, in der neuen Saison „bei Null“ neu anfangen zu wollen. Zwei strukturelle Probleme sprechen aber gegen ein zweites Kapitel in Halle: Erstens ist die Konkurrenz im Kader mittlerweile groß. Zweitens hat Schröder das taktische System umgebaut – Polats angestammte Position auf links außen gibt es im neuen Spielaufbau schlicht nicht mehr in dieser Form.
Was ein Abgang für den HFC bedeuten würde
Da Polats Vertrag noch bis 2027 läuft, würde ein Wechsel dem HFC voraussichtlich eine Ablösesumme einbringen – wirtschaftlich also kein schlechtes Geschäft für den Regionalligisten, auch wenn sportlich mit Polat eigentlich mehr Potenzial verbunden war, als am Ende abgerufen wurde.
Zu Ablösehöhe, möglichem neuen Vertrag oder Zeitplan der Verhandlungen gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Der Verein bestätigte lediglich die Freistellung für Gespräche, mehr nicht. Ob und wann der Wechsel offiziell verkündet wird, bleibt vorerst offen.





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