Angelschein in Halle: So klappt’s mit dem Fischereischein

Halle (Saale) – Ruhe am Wasser, ein Zander an der Saale oder ein Karpfen im Baggersee: Immer mehr Hallenser wollen angeln. Aber Vorsicht! Wer einfach die Rute auswirft, macht sich strafbar. In Sachsen-Anhalt gilt eine strenge Fischereischeinpflicht, freie Gewässer gibt es nicht. Wie man in Halle (Saale) an den Angelschein kommt, was er kostet und wie die Prüfung wirklich abläuft – hier gibt es alle Infos.
Zwei Papiere – sonst gibt’s Ärger
Viele Neu-Angler wissen nicht: Ein Dokument reicht nicht. Wer in Sachsen-Anhalt angeln will, braucht zwei Papiere. Erstens den Fischereischein – die behördliche Erlaubnis vom Amt. Zweitens die Angelkarte, offiziell Fischereierlaubnis genannt. Die gibt es bei Anglervereinen, Anglerverbänden oder Berufsfischern. Erst mit beidem in der Tasche darf geangelt werden. Den Fischereischein muss man beim Angeln immer dabeihaben und auf Verlangen vorzeigen.
Diese vier Scheine gibt es in Sachsen-Anhalt
Das Land unterscheidet vier Arten. Der normale Fischereischein erlaubt alle zulässigen Angelmethoden – also auch das Angeln auf Raubfische wie Hecht, Zander oder Wels. Der Friedfischfischereischein erlaubt nur den Fang von Friedfischen wie Karpfen, Plötze oder Brassen. Der Jugendfischereischein ist für Kinder vom vollendeten 8. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr gedacht und gilt ebenfalls nur für Friedfische. Der Sonderfischereischein richtet sich an Menschen, die wegen einer Behinderung keine altersgerechte Prüfung ablegen können. Er gilt nur für Friedfische und nur in Begleitung eines volljährigen Anglers mit Fischereischein.
Heißt: Den vollen Fischereischein gibt es erst ab 14 Jahren. Jugendliche zwischen 14 und 18, die nur die Jugendfischerprüfung haben, bekommen ebenfalls nur den Jugendfischereischein.
Ohne Lehrgang keine Prüfung
Vor der Prüfung steht die Schulbank. Pflicht ist ein Vorbereitungslehrgang mit mindestens 30 Stunden. Der Kurs darf in der Regel nicht länger als 18 Monate vor dem Prüfungstermin begonnen haben. In Halle bietet der Hallesche Anglerverein die Kurse im Anglerheim in der Mansfelder Straße 33 an. Gelernt wird an mehreren Wochenendtagen: Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde, Rechtskunde und eine praktische Unterweisung. Zuletzt kostete der Kurs 110 Euro für Erwachsene und 55 Euro für Schüler. Die Plätze sind begrenzt – der Herbstkurs 2026 war komplett ausgebucht. Wer dabei sein will, sollte sich früh kümmern.
Alternativ geht es auch online: Anerkannte Onlinekurse in Kombination mit einem Praxistag vor Ort ersetzen den klassischen Präsenzkurs. Auch Praxistage finden in Halle in der Mansfelder Straße statt.
Die Prüfung: 60 Fragen in zwei Stunden
Jetzt wird es ernst. Die Fischerprüfung besteht aus zwei Teilen. Im schriftlichen Teil warten 60 Multiple-Choice-Fragen – je 15 aus Fischkunde, Gewässerkunde, Gerätekunde und Rechtskunde. Dafür gibt es zwei Stunden Zeit. Mindestens 75 Prozent müssen richtig sein, also 45 von 60 Fragen.
Direkt danach folgt der mündliche Teil. Grundlage ist ein Katalog mit 41 Fragen, die in der Praxis meist in Fünfergruppen abgefragt werden. Hier hilft kein Raten zwischen A, B und C – die Prüflinge müssen frei antworten. Typische Themen: richtiges Verhalten am Wasser, der Unterschied zwischen Fischereischein und Angelkarte, die Rechte der Fischereiaufseher, Schonbezirke, Fangstatistik, geschützte Fischarten, Schonzeiten und Mindestmaße. Auch Fischkunde kommt dran, etwa der Unterschied zwischen Bach- und Regenbogenforelle oder der Lebenszyklus des Aals.
Tipp für die Vorbereitung: Das Land bietet auf seinem Online-Portal zur Fischerprüfung eine kostenlose Prüfungssimulation mit dem kompletten Fragenkatalog an. Dort stehen auch alle Prüfungstermine.
Wer durchfällt, muss die komplette Prüfung wiederholen – frühestens beim nächsten offiziellen Prüfungstermin.
Termine und Anmeldung in Halle
Zuständig ist die Untere Jagd- und Fischereibehörde der Stadt Halle im Team Allgemeine Ordnungsangelegenheiten, Neustädter Passage 18, 06122 Halle (Saale). Prüfungen finden mindestens einmal im Jahr statt, den Termin legt die Stadt fest. Wichtig: Die Anmeldung muss spätestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin erfolgen, die Prüfungsgebühr muss vorher bezahlt sein. Geprüft wird bei der Behörde, die für den eigenen Wohnort zuständig ist. Die Herbstprüfung 2026 in Halle fand am 26. September statt. Der nächste Termin wird im Online-Portal des Landes veröffentlicht.
Leichter geht es bei der Jugend- und der Friedfischfischerprüfung: Diese nehmen Anglervereine als Prüfungsgespräch ab – deutlich häufiger und zu erleichterten Bedingungen. Auch in Halle gibt es dafür regelmäßig Termine, unter anderem beim Halleschen Anglerverein.
Das kostet der Angelschein
Billig ist der Spaß nicht. Für die Fischerprüfung zahlen Erwachsene ab 18 Jahren 60 Euro, Jüngere 30 Euro. Die Friedfischfischerprüfung kostet ab 18 Jahren 55 Euro, darunter 25 Euro. Die Jugendfischerprüfung schlägt mit 25 Euro zu Buche.
Dazu kommt die Gebühr für den Schein selbst: Für ein bis vier Jahre sind es 10 Euro pro Jahr, für fünf Jahre 40 Euro, auf Lebenszeit 150 Euro. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren zahlen 4 Euro pro Jahr, ebenso für den Jugendfischereischein.
Obendrauf verlangt das Land die Fischereiabgabe. Das Geld fließt in Fischartenschutz, Forschung und Hege. Sie beträgt 6 Euro pro Jahr bei einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren und einmalig 125 Euro für den Schein auf Lebenszeit. Jugend- und Sonderfischereischeine kosten nur 1 Euro Abgabe pro Jahr.
Unterm Strich für Erwachsene: Ein Schein für ein Jahr kostet 16 Euro, für fünf Jahre 70 Euro, auf Lebenszeit 275 Euro. Rechnet man Prüfung und Lehrgang beim Verein dazu, ist man beim Lebenszeit-Schein schnell bei rund 445 Euro.
Achtung bei der Stadt Halle: Bezahlt wird per EC-Karte, Barzahlung ist nicht möglich.
So wird der Schein beantragt
Prüfung bestanden? Dann geht es zur Stadt. Der Antrag kann persönlich, mit dem Antragsformular der Stadt oder formlos gestellt werden. Im Einzelfall darf auch eine andere Person mit Vollmacht den Antrag stellen. Mitbringen muss man das Prüfungszeugnis, ein Passbild (nicht älter als ein Jahr), den Personalausweis oder Reisepass und gegebenenfalls den letzten Fischereischein.
Und dann ab ans Wasser?
Fast. Jetzt fehlt noch die Angelkarte. Am einfachsten ist die Mitgliedschaft in einem Anglerverein in Sachsen-Anhalt – damit gibt es die Erlaubnis für die Verbandsgewässer im ganzen Land. Wer keinem Verein beitreten will, kann auch tageweise Gastkarten kaufen. Ohne Erlaubnis des Gewässerinhabers ist jeder Wurf Schwarzangeln.
Eine kleine Ausnahme gibt es: Wer einem Angler mit Fischereischein beim Fischfang nur hilft, braucht keinen eigenen Schein. Gleiches gilt im Vorbereitungslehrgang, wenn unter Aufsicht des Ausbilders mit der Handangel gefischt wird.
Häufige Fragen zum Angelschein in Halle
Wo bekomme ich den Angelschein in Halle (Saale)?
Bei der Unteren Jagd- und Fischereibehörde der Stadt Halle in der Neustädter Passage 18. Voraussetzung ist eine bestandene Fischerprüfung.
Wie viele Fragen hat die Fischerprüfung in Sachsen-Anhalt?
Im schriftlichen Teil 60 Fragen, davon müssen 45 richtig sein. Im mündlichen Teil wird aus einem Katalog von 41 Fragen abgefragt.
Was kostet der Fischereischein auf Lebenszeit?
275 Euro – 150 Euro Gebühr plus 125 Euro Fischereiabgabe. Dazu kommen Prüfungsgebühr und Lehrgangskosten.
Ab wann darf mein Kind angeln?
Ab dem vollendeten 8. Lebensjahr gibt es den Jugendfischereischein für Friedfische. Den vollen Fischereischein gibt es ab 14 Jahren.
Reicht der Fischereischein zum Angeln?
Nein. Zusätzlich braucht man immer eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer – etwa über eine Vereinsmitgliedschaft oder eine Gastkarte.
Eine Antwort
[…] Lieber erst mal ans Wasser statt in den Wald? Wie man in Halle an den Angelschein kommt, steht hier in unserem Ratgeber zum Fischereischein. […]