Spahn wird Vater – Leihmutter-Kind sorgt für Wirbel

Berlin/Halle (Saale). Eigentlich ist es eine frohe Botschaft: Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, und sein Ehemann Daniel Funke sind Väter geworden. Der kleine Georg wurde diese Woche geboren, Spahn zeigte sich in der Bild-Zeitung sichtlich gerührt über die Geburt seines Sohnes.

Doch die Freude wird von einer politischen Debatte überschattet. Der Junge wurde nämlich nicht auf natürlichem Weg oder durch Adoption Teil der Familie, sondern kam in den USA per Leihmutterschaft zur Welt. Und genau das ist in Deutschland verboten.

Kritiker sehen darin einen Widerspruch. Spahn selbst hatte sich noch 2020 gegen Leihmutterschaft positioniert. Auch seine Partei, die CDU, hält bis heute konsequent am Verbot fest – erst im Februar hatte ein Parteitag das Nein zur Leihmutterschaft ausdrücklich bekräftigt, mit der Begründung, man wolle Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken für die betroffenen Frauen verhindern.

Dass nun ausgerechnet der Fraktionschef selbst eine Leihmutter im Ausland in Anspruch genommen hat, sorgt für Diskussionen. Spahn ist damit zudem nicht der erste CDU-Politiker mit diesem Weg zum Wunschkind: Auch der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, wurde zuvor bereits auf diese Art Vater.

International ist Leihmutterschaft ein Millionengeschäft. In den USA kostet das Verfahren oft zwischen 110.000 und 200.000 Dollar, günstiger geht es etwa in der Ukraine. Rechtlich verboten ist in Deutschland nur die Durchführung im Inland – Paare, die den Weg ins Ausland wählen, bewegen sich damit nicht außerhalb des Gesetzes.

Die Reaktionen fallen entsprechend gespalten aus. Während Kritikerinnen und Kritiker von Ausbeutung der austragenden Frauen sprechen und Spahn Doppelmoral vorwerfen, verweisen Unterstützer darauf, dass für gleichgeschlechtliche Paare eine Leihmutterschaft oft der einzige Weg zu einem eigenen Kind ist – und private Familienplanung nicht politisch instrumentalisiert werden sollte.

Wie Spahn selbst mit der Kritik umgeht, ist bislang offen. Er und sein Mann wollen die kommenden Wochen zunächst in Ruhe mit ihrem Baby in den USA verbringen.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert