Mode statt Puck: Werkschau erobert Eisdom in Halle
Halle (Saale) erlebt an diesem Freitagabend eine echte Premiere. Statt Schlittschuhen und Eishockey-Schlägern rollen dieses Mal Laufstege und Scheinwerfer in den Sparkassen-Eisdom in der Selkestraße. Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle verwandelt die sonst dem Eishockey vorbehaltene Arena erstmals in eine riesige Bühne für Mode, Film und Performance.
Grund ist die Werkschau Mode 2026, mit der die Studienrichtung Modedesign traditionell die Jahresausstellung der Kunsthochschule eröffnet. Los geht es um 19.30 Uhr, Einlass ist bereits ab 18.30 Uhr. Rund 3.000 Besucherinnen und Besucher werden in der Arena erwartet, so viele wie noch nie bei einer Werkschau der Hochschule.
Neu ist in diesem Jahr nicht nur der Ort. Bislang fand die Modenschau meist in klassischeren Sälen statt. Der Umzug in die weitläufige Eishockeyarena eröffnet den Studierenden nach Angaben der Hochschule völlig neue räumliche Möglichkeiten für ihre Inszenierungen. Statt eines schmalen Laufstegs steht ihnen nun die komplette Fläche eines Eisstadions zur Verfügung.
Gezeigt werden die Projekt- und Abschlussarbeiten aus dem Bachelorstudiengang Modedesign sowie dem Masterstudiengang Conceptual Fashion Design. Verantwortlich für die Leitung sind Prof. Evelyn Sitter und Prof. Lars Paschke. Die einstündige Show verbindet klassische Modenschau-Elemente mit Film und performativen Auftritten.
Inhaltlich geht es den jungen Designerinnen und Designern nicht nur um schöne Kleidung. Die Kollektionen bewegen sich zwischen historischer Recherche, künstlerischem Experiment und filmischer Erzählung. Mode wird dabei als kulturelles Medium verstanden, mit dem sich Fragen zu Identität, Erinnerung und Gemeinschaft verhandeln lassen.
Wer dabei sein möchte, brauchte diesmal erstmals ein Ticket über ein neues System, das direkt an den Veranstaltungsort angebunden ist. Der Vorverkauf startete bereits Anfang Juli. Die Preise lagen bei 25 beziehungsweise 14 Euro ermäßigt für einen Sitzplatz und 10 Euro für einen Stehplatz. Pro Person durften maximal vier Karten erworben werden.
Sollten am Abend noch Restkarten übrig sein, gab es sie an der Abendkasse ab 18.30 Uhr, solange der Vorrat reichte. Eine Live-Übertragung der Show ist in diesem Jahr nicht geplant, wer die Werkschau erleben will, musste also selbst vor Ort in der Arena sein.
Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zählt mit mehr als 1.000 Studierenden zu den größten Kunst- und Designhochschulen Deutschlands. Gegründet wurde sie bereits 1915, ihr Sitz liegt oberhalb der Saale auf der unteren Burg Giebichenstein im Norden der Stadt. Die Werkschau Mode ist seit Jahren einer der Höhepunkte im Kalender der Hochschule und lockt regelmäßig Mode-Interessierte weit über Halle hinaus an.
Mit dem Umzug in den Sparkassen-Eisdom setzt die Hochschule auch ein Zeichen für die Stadt. Halle bekommt damit einen weiteren großen Kulturtermin an einem Ort, der sonst vor allem für Sport bekannt ist. Für die SaaleBulls, die dort sonst um Punkte kämpfen, bleibt die Arena am Freitagabend tabu. Stattdessen gehört das Eis den Laufstegen.