Pfefferspray-Attacke: Anwohner widerspricht Polizei-Version

In der Nacht zu Mittwoch kam es in der Grenobler Straße in Halle (Saale) zu einem Raubversuch. Ein 20-jähriger Mann wurde von zwei Tätern mit Pfefferspray attackiert.

Die zwei unbekannten Täter überraschten den jungen Mann gegen 2.45 Uhr. Um an seine Wertgegenstände zu gelangen, sprühten die Angreifer dem 20-Jährigen unvermittelt Pfefferspray direkt ins Gesicht. Anschließend versuchten sie, ihm gewaltsam den Rucksack zu entreißen.

Der junge Mann reagierte blitzschnell und flüchtete in den Eingang eines nahegelegenen Mehrfamilienhauses. Um Aufmerksamkeit zu erregen und Hilfe herbeizurufen, läutete er im Flur Sturm und klingelte panisch an sämtlichen Wohnungstüren. Die Taktik zeigte Wirkung: Aus Angst, entdeckt zu werden, ließen die Räuber von ihrem Opfer ab und ergriffen ohne Beute die Flucht. Zudem mischte sich ein Anwohner vom Fenster aus verbal ein und alarmierte Polizei und Rettungsdienst.

Die alarmierte Polizei leitete umgehend eine Nahbereichsfahndung im Stadtteil ein. Trotz des schnellen Ausrückens der Beamten konnten die flüchtigen Täter im Umfeld nicht mehr festgestellt werden. Nach Polizeiangaben soll es sich um Jugendliche im Alter zwischen etwa 16 und 21 Jahren handeln.

Der 20-Jährige erlitt durch den Angriff starke Reizungen der Augen sowie der Atemwege. Er musste vor Ort ambulant behandelt und für weitere medizinische Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Update: Anwohner schildert abweichenden Ablauf

Nach Veröffentlichung des Artikels meldete sich ein Anwohner der Grenobler Straße zu Wort und schilderte den Vorfall aus seiner Sicht abweichend vom bisherigen Ermittlungsstand. Ihm zufolge seien die Täter nicht wegen des Sturm-Klingelns geflüchtet, sondern weil er selbst sich lautstark aus einem gegenüberliegenden Wohnblock bemerkbar gemacht habe, während die beiden auf ihr Opfer eingeschlagen und eingetreten hätten. Er habe den Vorfall zufällig mitbekommen, da er bei geöffnetem Fenster online mit einem Bekannten gespielt habe, und daraufhin sofort Polizei und Rettungsdienst alarmiert. Die Polizei prüft nun beide Schilderungen im Rahmen der laufenden Ermittlungen.

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